Gartenbaumuseum

Vortrag: „Georg Philipp Telemanns Blumenliebe"

Portrait von G.Ph.Telemann, Kupferstich von Georg Lichtensteger um 1745

Seit etwa 1740 lässt sich „Bluhmen-Liebe“ des berühmten Hamburger Musikdirektors und Kantors am Johanneum Georg Philipp Telemann dokumentieren. Wie andere wohlsituierte Bürger Hamburgs besaß er einen Garten, der vermutlich vor den Toren der Stadt lag. Ein 1742 erstelltes Pflanzenverzeichnis, das Telemanns „Garten=Vorraht“ dieser Zeit nachweist, ist erhalten geblieben. Unter den etwa 70 aufgelisteten Pflanzen befinden sich neben Zwiebelgewächsen wie Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und Kaiserkronen zahlreiche andere Stauden (Astern, Glockenblumen, Nelken, Pfingstrosen), einjährige Zierpflanzen (z.B. Wucherblumen, Kapuzinerkresse, Kornblumen) und Sträucher. Diese Liste dokumentiert den frühen Pflanzenbestand des Telemannischen Gartens, der sich zunächst kaum von dem unterscheidet, was seit dem 17. Jahrhundert Hamburg üblich war. Telemann jedoch recherchierte von nun an in einem bemerkenswerten Maße nach neuen und exotischen Pflanzen für seine Sammlung. Dabei nutzte er zum einen seine vielfältigen Kontakte in die Musikwelt, zum anderen suchte er erfolgreich Verbindung zu berühmten Botanikern. Von ihnen erhielt er seltene Sämereien, exotische Kakteen und Aloen. So erlangte Telemanns Garten einige Bekanntheit. 1753 berichtete der Naturforscher Christlob Mylius, ein Vetter Lessings, dass darin „viel fremde und schöne Pflanzen“ seien. Noch 1843 wurde er zu den bedeutenden Hamburger Gärten des vergangenen Jahrhunderts gezählt.

Interessenten benutzen bitte den egapark-Eingang am Gothaer Platz.
Teilnahmegebühr: 2,50 €/ Person.

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