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Sonderausstellung26. April bis 21. Juni 2026
„Chernobyl Herbarium“ von Anaïs Tondeur
Anlässlich des vierzigsten Jahrestags der Reaktorkatastrophe (26.04.1986) von Tschernobyl zeigt das Deutsche Gartenbaumuseum die Ausstellung „Chernobyl Herbarium“ der französischen Künstlerin Anaïs Tondeur. Im Mittelpunkt steht eine künstlerisch-forschende Langzeitstudie, die sich mit den unsichtbaren, dauerhaften Spuren nuklearer Kontamination auseinandersetzt.
Die Ausstellung präsentiert vierzig Rayogramme von Pflanzen aus der Sperrzone, gesammelt über vier Jahrzehnte. Für ihre Entstehung wurden die Pflanzen direkt auf lichtempfindliches Papier gelegt, sodass ihre eigene Reststrahlung feine Schattenbilder hinterließ. So entstanden geisterhafte, an Röntgenaufnahmen erinnernde Silhouetten, die als poetische Zeugnisse einer kontaminierten Natur wirken.
Das vierzigste Blatt wird erstmals in Erfurt gezeigt und bildet den symbolischen Abschluss des Projekts. In ihrer Ästhetik verbindet die Serie Wissenschaft und Kunst, Sichtbarkeit und Verlust. Vor dem Hintergrund ökologischer Krisen und nuklearer Bedrohung bleibt Tondeurs Werk hochaktuell, indem es das Bewusstsein für die Verletzlichkeit unserer Umwelt schärft und verdeutlicht, wie Kunst zu einem Medium des Erinnerns und Mahnens werden kann.
Ein Exkurs erinnert mit einer Auswahl an Staatssicherheits-Dokumenten, wie die DDR mit der Reaktorkatastrophe umgegangen ist.
23. April bis 11. Oktober 2026
„Die iga in der DDR. Geschmack und Impulse“
Ein Kooperationsprojekt des Deutschen Gartenbaumuseums und des egaparks Erfurt
Als Satellit der iga-Jubiläumsausstellungen 2026 in Erfurt geben egapark und das Deutsche Gartenbaumuseum (DGM) in der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis Einblick in die Geschichte der iga der DDR. In einer ca. 90 m² großen Vier-Zimmer-Wohnung in einem ehemaligen DDR-Plattenbau, unter dem Titel „Die iga in der DDR. Geschmack und Impulse“, werden hier nicht einfach Inhalte gezeigt, sondern das Verhältnis von Gestaltungsideen der Internationalen Gartenbauausstellung und der gebauten Alltagsmoderne der DDR sichtbar gemacht. Sinnbildliche Raumcollagen verweben Küche, Bad, Wohn-, Schlaf-, Kinder- und Gästezimmer mit Aspekte der iga.
Die kuratorische Setzung folgt der Logik der Moderne: Innen- und Außenraum sind keine Gegensätze, sondern aufeinander abgestimmte Ordnungen. Wenn die iga als „Park der Moderne“ urbane Natur modellierte, dann übersetzen die Neubausiedlungen dieselben Prinzipien wie Standardisierung, Typisierung, sozialer Zugang in den Alltag. Künstlerische Interventionen, kombiniert mit historischen Artefakten, machen beide Orte sinnlich erfahrbar: Jedes Exponat oder Ensemble steht als Ausschnitt, der auf das Ganze verweist; sie geben Hinweise auf Planung, Konsum und Kulturpolitik.
Ziel ist nicht eine nostalgische Kulisse, sondern kritische Erinnerung. Die Besucherenden erhalten einen pointierten historischen Rückblick, der Widersprüche zwischen Leitbild und Gebrauch, Norm und Aneignung, Repräsentation und Privatheit zulässt. Der Erkenntnisgewinn dieser Inszenierung liegt in der doppelten Perspektive: Sie macht die iga als Impulsgeberin eines umfassenden Gestaltungsdenkens lesbar und zeigt zugleich, wie sich dieses Denken in der Mikro-Topografie der Wohnung materialisieren lässt. Die Ausstellung ist eine Einladung, die Verflechtung von Geschichte, Design und Lebensstil weiterzudenken und in den großen Ausstellungen ab April 2026 im egapark Erfurt und im Deutschen Gartenbaumuseum vertiefend zu verhandeln bzw. zu erleben.
Die Ausstellung ist zu sehen im „Blumenblock“ (Bachstraße) der Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis 2026.
Ab 14. August 2026
iga*61. Die DDR durch die Blume
Wie politischer Anspruch, architektonische Gestaltung und gesellschaftlicher Alltag auf der „Internationalen Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ der DDR in Erfurt zusammenkamen, zeigt die Sonderausstellung „iga*61. Die DDR durch die Blume“. Sie wird anlässlich des 65. Jubiläums des Gartendenkmals der Moderne und des Deutschen Gartenbaumuseums präsentiert.
Im Mittelpunkt stehen die gestalterische und organisatorische Entwicklung der Ausstellung, ihre politischen Rahmenbedingungen und der heutige Umgang mit ihrem materiellen und immateriellen Erbe. Mehr als 120 originale Exponate, Dokumente, Entwürfe und filmische Zeitzeugenberichte eröffnen ein differenziertes Panorama staatlicher Strategien und persönlicher Erfahrungen zwischen Leistungsschau und Kulturpark. Zudem erweitert die Schau den Blick durch einen Vergleich mit zeitgleichen Gartenbauausstellungen in Stuttgart und Hamburg.
Ein vielfältiges Vermittlungsangebot sowie ein korrespondierendes Rahmenprogramm eröffnen weitere Zugänge zur iga der DDR und ihrem Fortgang Anfang der 1990er Jahren als egapark.
Ein Projekt des Deutschen Gartenbaumuseums im Rahmen des 65. Jubiläums und in Kooperation mit dem egapark. Gefördert von der Kulturstiftung der Länder, der Bundesstiftung für Aufarbeitung, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie vom Freistaat Thüringen.